Bad Mergentheim – ein Urlaub im Taubertal

Wir wollten mit unserer Freundin Doris wie jedes Jahr im März einen Kurzurlaub machen. Wenn so der Frühling beginnt, muss man unbedingt mal raus, also ich wenigstens. Nur wohin? Nicht zu teuer sollte es sein, nicht zu weit…. da fiel uns das Werbeblättchen von Reisen aktuell in die Hand: Lauter Sonderangebote, denen gegenüber ich ein enormes Misstrauen hege. Ich ärgere mich immer sehr, wenn Menschen billig irgendwohin fliegen und dann schimpfen, wenn irgendwas nicht optimal läuft. Aber ja, für den Preis kannst du doch auch nichts anderes erwarten, sage ich dann immer im Stillen zu mir. Und jetzt fahre ich selbst nach Bad Mergentheim, für einen Appel und ein Ei, wie man bei uns in Hessen sagt: 50 Euro die Nacht, Halbpension Plus d.h. wir werden nachmittags sogar Kuchen bekommen, was es uns erspart, in ein Café gehen zu müssen. Einen ersten Nachteil habe ich schon entdeckt: Das Hotel heißt zwar Hotel am Park und es liegt auch irgendwie am Kurpark, nur ist der Kurpark in Bad Mergentheim richtig groß und geht in den Wald über und ich glaube, irgendwo an diesem Übergang muss das Hotel liegen, also etwas außerhalb des Ortes. Wir werden wohl immer mit dem Auto fahren müssen, wenn wir Bad Mergentheim besuchen wollen, was aber auch sicher daran liegt, dass wir drei nicht mehr so gut zu Fuß sind. Aber ich werde nicht meckern, für den Preis kann man wirklich nicht auch noch ein Top-Lage verlangen.

Also auf nach Bad Mergentheim – ich bin gespannt und freue mich!

Dienstag, 10. März 26 Wertheim – Bad Mergentheim

Wir kamen diesmal richtig gut los – nur mit 10 Minuten Verspätung holten wir unsere Freundin ab.
Nach einer ruhigen Fahrt auf der Autobahn fuhren wir bei Kreuzwertheim ab und hinunter an den Main. Am Mainufer fanden wir einen schönen Picknickplatz und ließen es uns mit Brötchen und gekochten Eiern (die mussten schon bei meiner Mutter bei jedem Ausflug dabei sein!) im Sonnenschein gut gehen. Der schöne Anblick von Schloss Wertheim am anderen Ufer erfreute uns und zwei schwarz-weiße Enten leisteten uns Gesellschaft. Sie hofften wohl auf den einen oder anderen Bissen, der von unserem Tisch abfallen würde, aber das konnten Lucy und Jasmin auf keinen Fall durchgehen lassen. Was runter fiel, gehörte ihnen!

An Kloster Bronnbach vorbei fuhren wir durch das schöne, noch sehr enge Taubertal, das uns sehr gut gefiel. Das Tal erweiterte sich immer mehr und nach weiteren 20 Kilometern erreichten wir Bad Mergentheim. Das Navi führte uns sicher bis zum Hotel König am Park. Wir mussten eine steile Einfahrt hochschießen – hoffentlich kommt uns keiner entgegen! – und fanden einen schönen Parkplatz direkt vor der Rezeption. Bis dahin war alles wunderschön gelaufen – es war also Zeit für das erste Drama!!! Tusch für die Drama-Queen, wie Ewald zu sagen pflegt!
In der sehr schönen Rezeption war nämlich kein Mensch, sondern nur ein Automat. Bitte checken Sie am Automaten ein, teilte uns ein Schild mit. Nein, nein, ich will nicht! Als ich vor zwei Wochen dem Parkplatz-Automaten in Dresden gegenüber stand, hat das fast zu meiner Scheidung geführt. Aber was sein muss, ….. Bitte geben Sie die Buchungsnummer ein! Haben wir eine Buchungsnummer? Wenn ja, wo ist sie? Ewald wühlte in seinen Emails, aber wir hatten vor 7 Monaten gebucht… er fand erst mal nichts. Erster Anpfiff in seine Richtung! Schließlich fand ich im Kleingedruckten: Sie können auch mit dem Namen und dem Anreise-Datum einchecken. Und siehe da, wir kamen weiter. Aber ich war schon so nervös, dass ich mich ständig vertippte und meinem Unmut auch lauthals Luft machte. Zu diesem Zeitpunkt drohte Doris mir zwar nicht mit Scheidung, aber durchaus mit Abbruch des Urlaubs. Diese Diskussion führt zum sofortigen Auftauchen einer jungen Dame, die uns freundlich anbot, das Einchecken für uns zu übernehmen. Na also, geht doch!Der Automat spuckte augenblicklich zwei Zimmerkarten für uns aus und in kürzester Zeit fanden wir uns in einen schönen Zimmer mit Balkon und neu renoviertem Badezimmer wieder.